SV Günnigfeld I : SK Hervest Dorsten 4,0 – 4,0

Die vorgezogene 3. Runde der Verbandsklasse endete am Sonntag mit einem 4:4 Unentschieden für unsere erste Mannschaft.
Von der Papierform her waren die Gäste aus Hervest-Dorsten favorisiert; an Brett 1 bis 6 jeweils von der DWZ-Zahl her überlegen, nur an Brett 7 und 8 hatten wir entsprechende Vorteile.
Der Mannschaftskampf begann recht merkwürdig, nach etwas über einer Stunde stand es bereits 1 zu 1: Während sich an Brett 8 der Gegner von Gerd Brandhoff bei einem Abtausch total verrechnete, einen ganzen Turm einbüßte und kurz danach aufgab, musste Markus Bender am 6. Brett nach verkorkster Eröffnung und Damenverlust ebenfalls noch vor dem 20. Zug die Hand zur Aufgabe reichen.
Dann sah es zunächst recht gut für uns aus. Solide Stellungen an allen Brettern und Vorteil für Christopher Kükenbrink an Brett 2. Diesen realisierte er dann nach einem Qualitätsverlust seines Gegners auch recht schnell. Nach einem Remis an Brett 1 von Thomas Freisen in unklarer aber gleichwertiger Stellung (Läuferpaar gegen Bauernschwächen) lautete der Zwischenstand 2,5 zu 1,5 für unsere Mannschaft. Dann jedoch zeigten die Dorstener ihre Stärken. Langsam aber sicher erspielten sie sich an allen Brettern vorteilhafte Stellungen. Eckhard Funke und Peter Markus verloren jeweils einen Bauern, Uwe Brinkmann musste die Dame und einige Bauern gegen zwei Türme geben und Günter Radi öffnete die Stellung zur Geltendmachung seines Raumvorteils zu früh, was zu einem Qualitätsverlust führte. Eine Niederlage bahnte sich an. Zunächst konnte jedoch Uwe Brinkmann nach nachlässigem Spiel seines Gegners ein Dauerschach erzwingen. Günter Radi unterlag, so dass bei einem Spielstand von 3 zu 3 Eckhard Funke und Peter Markus irgendwie punkten mussten. Und hier halfen die Gäste nunmehr erheblich mit. In Eckhard Funkes Zeitnot blitzte der Gegner (immerhin DWZ 1944) ohne Not mit, vergab seine zwischenzeitlich erreichte Gewinnstellung total und musste nach einem Figurenverlust noch froh sein, am Ende ein Remis zu erreichen, da er Eckhards letzten Bauern vom Brett beseitigen konnte. Hätte Eckhard dies verhindert, wäre der Spielverlauf völlig auf den Kopf gestellt worden. Ebenso gelang es Peter Markus an Brett 3 seinen Minusbauer zurück zu gewinnen, und eine meines Erachtens sogar leicht bessere Stellung zu erreichen. Da nach der Zeitnotphase beide Spieler erschöpft waren, und keiner die Schachgötter in Versuchung bringen wollte, führte die plötzliche Remisvereinbarung zu einem vielleicht etwas glücklichen, hart erkämpften und im Abstiegskampf sehr wichtigen Mannschaftspunkt; fast wäre es noch einer mehr geworden, aber auch so ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis.
Am 17.11.2016 treffen wir auswärts auf die Topfavoriten von Mülheim, die selbst am 8. Brett noch Spieler mit einer DWZ von fast 1900 aufstellen können. Hier heißt es, sich möglichst achtbar aus der Affäre zu ziehen.

Thomas Freisen

Ergebnisübersicht unter: http://nrw.svw.info/ergebnisse/show/2016/1855/runde/3/