SG Winz Baack II - SV Günnigfeld IV: 2,5 : 3,5

Leider sind gleich zwei Stammspieler ausgefallen, nur einer konnte ersetzt werden. Jedoch waren die Chancen nicht schlecht, aus der Regerstraße in Hattingen etwas Zählbares mit nach Hause zu bringen.
Nach ca. anderthalb Stunden Spielverlauf bietet unser Spitzenbrett seinem Gegenspieler Remis an. Nach anfänglich etwas passiver Stellung entwickelten sich dann auch Chancen zum Kontern. Jedoch war oberste Prämisse, keine weitere Niederlage einzustecken und kein Risiko zu gehen. Der Gegner nahm nach Rücksprache an, weil auch er die mögliche Gefahr sah.
In der Hinterhand war ja noch unser Altmeister Werner Greßnich und Mister 100%, der seine Gewinnstellung knetete. An allen anderen Brettern drohte nichts Besonderes - alles war mindestens ausgeglichen. Ein Mannschaftsremis oder mehr war in Schlagweite.
Werner Greßnich hat nun seine theoretisch gewonnene Partie in einen Punkt zum 1,5 : 1,5 umgemünzt. Hans-Jürgen Kümmel am vierten Brett ließ auch nichts anbrennen und holt einen weiteren halben Punkt zum 2:2 Zwischenstand.
Die beiden letzten verblieben Bretter waren interessant: An Brett Sechs hat Dieter Kostrewa gerade seine Gewinnpartie wegeschmissen und die Qualität hergeben müssen. Trotzdem war die Stellung für Dieter noch gewinnfähig. Sicherheitshalber riet ich ihm, das Remisangebot seines Gegners anzunehmen, weil sich am Brett Fünf Merkwürdiges abspielte.
Also 2,5 : 2,5 in der Gesamtwertung. Nun zu Brett Fünf mit dem Altmeister Manfred Sanft: Manfred hatte eine leicht taktisch bessere Stellung, die sich noch in der Knetphase befand. Nun half der Gegner mit, seine eigene Stellung zu demontieren, indem der schwarze Läufer plötzlich zum Springer wurde und eine Linie von weißen Figuren einfach überflog und gedeckt Schach bot sowie die Dame angriff. Jedoch blieb der unmögliche Zug keinem verborgen, natürlich auch Manfred nicht.
Nun ja, im regulären Zug, der jetzt anstand, war die schwarze Diagonale mit weißen Bauern gedeckt. Manfreds Gegenspieler konnte sich aussuchen, wo er seinen Läufer verlieren möchte, es gab aber auch nur drei Felder vorm König - so war die Auswahl eher bescheiden.
Jetzt konnte Manfred selbst zum regulären Familienschach mit seinem Springer ansetzen, weil die schwarze Diagonalverteidigung (Läufer) sich ohne Kompensation geopfert hat. Dame und Turm waren zum finalen Abschluss in Position. Doch das wollte der Gegner nicht miterleben, er verschwand wort- und grußlos, indem er die Uhr ausstellte.

Peter Kalkowski

Ergebnisübersicht unter: https://nrw.svw.info/ergebnisse/show/2016/1841/runde/3/