Die 4. Bretter überzeugen

Unsere beiden Pokalmannschaften sind heute bereits in der ersten Runde mit jeweils 0,5 - 3,5 an übermächtigen Gegnern gescheitert. Dank unserer 4. Bretter, die jeweils ein beachtenswertes Remis erreichten ( Markus Bender in der Ersten, Hans-Jürgen Kümmel in der Zweiten), blieb uns allerdings die Höchststrafe erspart.

Zum Kampf der Ersten kann ich nicht viel berichten, wir in der Zweiten kamen jedenfalls alle gut aus der Eröffnung ohne größere Nachteile in der Stellung.

Besonders gefielen mir unsere beiden Weißpartien. Michael Mai baute sich wie gewohnt grundsolide auf und Eberhard Schulz hatte sogar einen Angriff mit Dame und Läufer gegen die gegnerische Rochadestellung. In dieser Situation hätte Eberhard sogar seinen Läufer gegen 2 den gegnerischen König schützende Bauern opfern können, aber seine Dame wäre dann vermutlich auf sich alleine gestellt zu lange ohne die Unterstützung weiterer Figuren geblieben.

Wie aus dem Nichts heraus fiel Michael dann einem unparierbaren Mattangriff zum Opfer. Der Gegner nutzte geschickt die ungedeckte Position der weißen Dame für eine Fesselung und das Eindringen eines Turmes auf der 2. Reihe aus. Es folgten noch ein Läuferschach und dann die Mattsetzung des ungeschützten Königs. Hier wurde dann erstmals ein Klassenunterschied deutlich.

Leider verlor auch Eberhard seine Partie. Als ich das nächste mal einen Blick auf seine Stellung warf hatte er einen Springer für einen Bauern weniger. Zwar leistete er dann noch erbitterten Widerstand, musste dann aber in die Niederlage einwilligen.

Ich bekam es am Spitzenbrett mit dem aktuellen Vize-Stadtmeister zu tun, den ich noch in der letzten Saison bei den Stadtmeisterschaften mit Schwarz bezwingen konnte. Heute agierte mein Gegner deutlich vorsichtiger und bewahrte ständig einen gewissen Stellungsvorteil. Besonders zu schaffen machte mir mein schwarzfeldriger Fianchettoläufer, der unglücklich postiert praktisch nicht am Spiel teilnahm. Ich konnte jedoch alle gegnerischen Drohungen abwehren und in ein völlig ausgeglichenes Turm-, Läufer- Bauernendspiel abwickeln. Also versuchte ich es mal mit einem Angebot, was mein Gegner aber ablehnte.

Hans-Jürgen hatte mehr Glück. Sein Gegner machte ihm ein Angebot, das er nicht ablehnen konnte. Die verschachtelte Stellung mit ungleichfarbigen Läufern sah aber auch ganz nach Remis aus.

Damit war der Mannschaftskampf entschieden und ich machte in meiner Partie die entscheidenden Fehler. Zunächst gab ich mit meinem Turm die d-Linie auf, um auf der a-Linie einen gegnerischen Bauern anzugreifen. Mein Gegner konnte den Bauern jedoch ohne Probleme verteidigen und den Turm in Bedrängnis bringen. Unglücklicherweise stellte ich den Turm auf ein schwarzes Feld und da mein König sich auch auf Schwarz befand, war jetzt ein Läuferspieß möglich, der mich die Qualität kostete. Ich schaffte zwar noch die Zeitkontrolle, aber in der Verlängerung hatte mein Gegner dann leichtes Spiel.

Matthias Bauer

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