Spatz in der Hand

Bezirksklasse, 4. Runde (03.12.2017)

Im Hexenkessel der SU Annen kam unsere Zweite heute nicht über ein 4 - 4 Mannschafts-Remis hinaus. Das war eindeutig zu wenig, wenn man am Ende der Saison in die Bezirksliga aufsteigen will. An gleich 7 Brettern waren wir unseren Gegnern zumindest auf dem Papier überlegen, nur mein Gegner hatte eine höhere DWZ als ich. So war ich dann auch etwas verwundert darüber, dass mir mein Gegner schon nach 15 Zügen um 14:36 Uhr Remis anbot. Zu diesem Zeitpunkt standen Bernd Fitz und Andre Rumpf bereits auf Gewinn, also überlegte ich nicht lange und nahm das Angebot an.

Bernd Fitz konnte dann auch schnell in ein gewonnenes Turmendspiel abwickeln und den ganzen Punkt für uns einstreichen. Andre hatte inzwischen 2 Bauern mehr, wovon einer ein weit vorgerückter Freibauer war. Leider bekam Andre dann Probleme mit der technischen Realisierung des Gewinnes und der Gegner konnte seinen Freibauern geschickt blockieren und belagern.

Trotzdem dachte ich in Anbetracht der Unterschiede in der Spielstärke, dass wir unsere Gegner heute klar überspielen würden- alles wie so häufig im Schach nur eine Frage der Zeit.

Zunächst einmal gab es aber ein weiteres Remis am Brett von Marcel Kampmann. Marcel spielte nach langer Zeit mal wieder einen Mannschaftskampf und das Schwarzremis ging dann auch aus meiner Sicht voll in Ordnung.

Ein sehr wechselhafte Partie spielte Helmut Rumpf am 7. Brett. An Spielstärke seinem Gegner deutlich überlegen hatte er trotz einem Minusbauern bald die klar bessere Stellung. Insbesondere der gegnerische weißfeldrige Läufer fristete ein trostloses Dasein. Leider muss man gewonnene Stellungen aber erst mal gewinnen, und da hatten wir heute unsere Probleme. Helmuts Gegner konnte sich jedenfalls konsolidieren und den Mehrbauern behaupten, plötzlich war es Helmut, der um das Remis kämpfen musste. Praktisch im letzten Moment übersah der Annener eine taktische Wendung und Helmut konnte noch in das Remis entkommen, Glück gehabt!

Wie schon gegen Gerthe wurde Jürgen Prigge heute zu unserem Pechvogel. In klar besserer Stellung lehnte er zunächst völlig zurecht ein Remisangebot seines Gegners ab, nur um dann kurz darauf in eine Springergabel zu laufen. Damit schaffte Annen den nicht für möglich gehaltenen Ausgleich, und es kam noch schlimmer!

Ralf Gödeke musste die ganze Partie über gegen einen grippalen Infekt ankämpfen und wurde von seinem Gegner klar überspielt. Ich hatte eigentlich bis zum Ende noch die Hoffnung, dass Ralf mit seiner Erfahrung seine Stellung noch irgendwie zusammen halten könnte. Leider war gegen den finalen Mattangriff kein Kraut gewachsen.

Damit war der Mannschaftskampf endgültig gekippt und wir konnte in den letzten beiden Partien nur noch auf ein Wunder hoffen. Oliver Jännekes stand die ganze Partie über immer etwas besser, ihm gelang aber nicht der entscheidende Punch und der Gegner konnte in ein völlig ausgeglichenes Damenendspiel abwickeln.

Somit war es Andre am 8. Brett vorbehalten, uns den "Spatz in der Hand" zu retten. Zu später Stunde hatte er die zündende Idee und zwang seinen Gegner zur Aufgabe. Die "Taube auf dem Dach" war da längst davon geflogen.

Jetzt haben wir eine längere Winterpause (am 14.01.2018 ist spielfrei) und wir können in Ruhe überlegen, was noch geht in Richtung Aufstieg.

Matthias Bauer


Ergebnisse